Worte • Texte • Poesie

Hier spricht eine Verfechterin der Buchkunst!

Aus Liebe zu Gedichten und Büchern entstand einstmals die Fantasie, selbst in einem Arbeitszimmer an einem wunderschönen alten Schreibtisch gegenüber der erkerähnlichen Fensterfront mit Ausblick auf die romantische Hügellandschaft zu sitzen und – zu schreiben!

Eine schöne Fantasie. Unrealisierbar aus verschiedenen Erkenntnissen und Einsichten heraus.

Aber in Zimmern und Taschen verstreut liegen dennoch kleine, mittelgroße, dicke, dünne, verzierte, einfache, hässliche, linierte, weiße Bücher und Heftchen, in die sich immer mal ein notierter Gedanke hinein verirrt…

ErWEITerung

Und dann ist da plötzlich eine neue Welt. Da, wo eigentlich die alte ist. Da geh ich aus dem Haus. Und hinter den Häusern erheben sich die Berge. Also – da, wo vorher nur die anderen Häuser standen. Da sind jetzt Berge. Manche mit schneebedeckten Gipfeln. So zerklüftete. Und ich geh meine Straße runter. Die plötzlich hinter ´nem See lang führt. So ein großer langer See. Der am Fuße der Berge still da liegt. Und ich geh da so lang. Und es überkommt mich ein Gefühl der Weite. Weil, da, wo sonst immer die Häuserschlucht ist, da tut sich die Straße auf und da vorn weitet sich die Sicht und man blickt von hier oben, wo ich wohne, voll auf den See. Der da ganz idyllisch umrahmt wird von den Bergen. Ich atme tief ein. Diese wahnsinnig frische klare kühle helle reine Bergluft. Und die Weite! Mann, diese Weite!
Mein ganzes kleines städtisches Wesen öffnet sich – alle Poren. Ich breite förmlich meine Arme aus. Lege mich in die Weite. Gehe zu dem weißen Holzhaus mit der Veranda. Da steht ein Schaukelstuhl. Was sonst. Ich setz mich hin. Ich liebe Schaukelstühle. Das ist so – beruhigend. Ich setz mich. Und blicke auf den See. Und die Berge. – Und weite mich.
Mitten in Leipzig.

Verträumtes

Tausend Blütenblätter
Funkenflug des Sommers.
hast mein Herz berührt,
dass es zerstob in Liebe.
du wildes Kind.
Musst du schon geh´n?

Ich wollt mit dir den ersten Zug nehmen, nach irgendwo.
Auf der Wiese liegen, im Sommergras
und die Wolken reiten.
den Vögeln hinterher fliegen.
Am Meer den Wellen lauschen und
jedes Sandkorn einzeln auf unserer Haut rieseln lassen.
Einen Turm besteigen und ins Land hinein sehen.
so klein ist die Welt.
und wir mittendrin.
spürst du den Duft der Tannen,
wie er in uns hinein kriecht.
Wir sind Bäume und Vögel nisten in unserem Haar.
Ein Boot segelt über ein Pfütze.
wir lassen uns treiben und machen ein Feuer an Land.
Du erzählst mir von den Sternen.
Ich sing dir ein Lied.

Das war alles ein Traum.
Was hab ich mir nur dabei gedacht?

Irgend

Irgendwie.
Irgendwann.
Irgendwo.
Irgendwen.
Irgendwie.
Irgendwo.
Irgendwas.
ist immer.

Irgendwas geht weiter
mit irgendwem.
Irgendwo.
Irgendwann ist irgendwas
mit irgendwem.
Irgendwo ist irgendwer
der irgendwas mit irgendwem
tut.
Irgendwer ist irgendwo.
Irgendwie tut jeder irgendwo irgendwann
mit irgendwem irgendwas.
Irgendwas tut jeder irgendwann mit
irgendwem irgendwo.
Irgendwer ist irgendwo mit irgendwem.

Was tust du mit wem wie und wo und wann?

Warum?

Hummer

Wie wächst ein Hummer?
Innerlich.
Wie kann er innerlich wachsen –
mit diesem Panzer!?

So:
Er wirft ihn ab.
Schutzlos sein Innerstes nach Außen –
kriecht er unter einen Stein.
Begibt sich in die Einsamkeit.
In die Höhle.
Zieht sich zurück.
Kein Kontakt zur Außenwelt.

Bleibt, bis sein neues Äußeres gewachsen.

Das sollte ich wohl auch machen.

Anfrage

 Anstehende Veranstaltungen

Album Release-Konzert / Gast: Philipp Wiechert, Gitarre

Datum: 1. Dezember 2023
Uhrzeit: 20:00
Ort: Neues Schauspiel Leipzig, Lütznerstr.29, Leipzig

“Aus dem Nähkästchen (Anderer)” – Konzert

Datum: 1. Juni 2024
Uhrzeit: 19:00 Uhr
Ort: Klosterscheune Zehdenick, Am Kloster 1, 16792 Zehdenick

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